Fördern & Fordern

Fördern und Fordern

Jeder Schüler bildet im Laufe seines Schülerlebens eine ganz individuelle Lernbiographie aus. Um diese entwickeln zu können, benötigen die Schülerinnen und Schüler Beratung und Begleitung. Zudem brauchen die Schülerinnen und Schüler auf sie abgestimmte Förderung, d.h. dass ihre Stärken und Neigungen wahrgenommen und mögliche Schwächen diagnostiziert werden.
 

Die Sekundarschule bietet Raum für Förder- und Beratungsgespräche, um eine bestmögliche Entwicklung und Entfaltung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.
 

Fördern kennt an der Sekundarschule zwei Richtungen: Zum einen wird Schülerinnen und Schülern geholfen, Leistungsdefizite zu reduzieren, zum anderen werden jedoch auch die persönlichen Stärken der Schülerinnen und Schüler dokumentiert und weiterentwickelt. Grundsätzlich geht es darum, dass jeder Schüler sein individuelles Leistungsvermögen ausschöpft und den für sich besten Weg findet.

 

Ein wichtiges Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern möglichst lange viele Optionen in der Schullaufbahn offen zu halten. Dies wird durch ein hohes Maß an Durchlässigkeit erreicht. Das kommt besonders den Schülerinnen und Schülern entgegen, für die eine frühe Festlegung und Zuordnung Chancen für die Zukunft nimmt.

 

Fördern und Fordern bieten wir in vielfacher Hinsicht an:

 

Innerhalb des Unterrichts z.B. durch schüleraktivierende Arbeitsweisen: Kooperatives Lernen, Selbstgesteuertes Lernen, Forschendes Lernen sowie Projektorientiertes Lernen.

Es gibt darüber hinaus ein breitgefächertes Förder- und Forderangebot (z. B. Förderung der Lesekompetenz, der Rechtschreibung oder mathematischer Grundlagen sowie Sportförderunterricht oder Stärkenförderung). In der Klasse 5 und 6 ist dies z.B. angesiedelt im Unterricht der Hauptfächer und im Förderband. Im Förderband wird eine zusätzliche Stunde in den Hauptfächern Mathe, Englisch und Deutsch erteilt. Die Schülerinnen und Schüler werden den Fördergruppen ihren Stärken oder Schwächen entsprechend zugeordnet. 

Ab Klasse 6 nehmen die Schülerinnen und Schüler stärkenorientiert an unserem projektorientierten Lernen („GA“) teil. Hier können sie neben sportlichen oder musischen Angeboten beispielsweise auch die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften Schulkiosk, Mofa-Führerschein oder Schulsanitätsdienst wählen.

Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben (z. B. Vorlesewettbewerb, Biber-Wettbewerb) und Qualifikationsmöglichkeiten wie die Ausbildung zum Sporthelfer oder Schulsanitäter sowie die Mitarbeit in der Schülerfirma (Schulkiosk) an. Zudem besteht die Möglichkeit den Mofaführerschein zu erwerben.

Kinder mit Migrationshintergrund werden durch die Teilnahme am DAZ-Unterricht  (Deutsch als Zweitsprache, siehe Kapitel DaZ) unterstützt.

Die doppelte Klassenführung durch zwei Lehrer/innen und die teilweise Doppelbesetzungen im Unterricht helfen, die Kinder bestens im Blick zu haben und bestmöglich zu fördern. Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf erhalten Hilfe durch unsere Sonderpädagogen (siehe Inklusionskonzept).

 

Im Wahlpflichtbereich ab Klasse 7 erfolgt die neigungsbezogene Differenzierung und Profilbildung durch Fächer wie z.B. Darstellen und Gestalten, Informatik, Arbeitslehre und Fremdsprachen.

Ab Jahrgang 8 kann in Ergänzungsstunden parallel zu Lernzeiten der Klasse das Fach Spanisch belegt werden.

Schon ab Klasse 5 finden sich berufsorientierende Elemente in allen Fächern (siehe Konzept Berufsorientierung).

In Klasse 10 finden in Kooperation mit dem Gymnasium Netphen zur Vorbereitung auf die Oberstufe gemeinsame Kurse in Englisch und Mathematik statt. Die Teilnahme ist optional

 

Diagnose

Um der Heterogenität unserer Schüler*innen gerecht zu werden und gezielt auf Stärken und Schwächen eingehen zu können, ist eine fundierte Diagnose unumgänglich. Hierbei bilden die Beobachtungen und Dokumentationen durch die Klassen- und Fachlehrer*innen, die Lernstände und -entwicklungen der Schüler*innen täglich im Unterricht beobachten, die Basis dieser Diagnostik.

Zu Beginn der Klasse 5 werden zudem alle Schüler*innen in den Fächern Deutsch und Mathematik mit Hilfe standardisierter Testverfahren getestet. Im Deutschunterricht wird der DRT5 zur Diagnose eingesetzt. Zukünftig soll ebenfalls der Stolperwörter-Lesetest eingesetzt werden, der Lesefluss, Lesegeschwindigkeit und Lesegenauigkeit überprüft. In Mathematik probieren, die Lehrer*innen zuletzt einen Test aus, der die Basiskompetenzen überprüft. Die Tests werden von den Fachlehrer*innen ausgewertet und analysiert. Daraus ergibt sich bei einzelnen Kindern die Notwendigkeit einer weiterführenden Diagnostik. In diesem Fall werden die Sonderpädagog*innen hinzugezogen, um durch spezielle Testungen bessere und fundiertere Einschätzungen der Kinder zu bekommen.

Im Fach Englisch hat sich bisher noch kein Testverfahren als sinnvoll und praktikabel erwiesen. Hier geben gezielte Übungen und Aufgaben aus dem Unterricht Aufschluss darüber, ob ein Kind besondere Förderung oder Hilfen benötigt.

Nach den Herbstferien startet der Förderunterricht in Klasse 5. Um jedes Kind individuell im Lernprozess unterstützen zu können, werden die Ergebnisse der Diagnosetests und der Unterrichtsbeobachtungen für die Einteilung der Fördergruppen zugrunde gelegt. Die Förderkurse werden in Deutsch, Mathe und Englisch angeboten. Außerdem gibt es einen Kurs für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und einen Kurs für die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. In den Förderkursen werden die Themen des Unterrichts aufgegriffen und vertieft, sowie Grundlagen wiederholt.

Sollten sich im Laufe eines Quartals Leistungen verändern, haben die Schüler*innen die Möglichkeit den Kurs zu wechseln. So wird gewährleistet, dass Rückstände schnell wieder aufgeholt werden können.

 

Die Tatsache, dass alle Arbeiten parallel geschrieben werden, bietet eine weitere Möglichkeit der Diagnose. Die Bewertungsbögen sind kompetenzorientiert und geben den Kolleg*innen einen guten Überblick über Stärken und Schwächen der Schüler*innen. So kann individuell auf jedes Kind eingegangen werden.

Zur Information aller am Lernprozess beteiligten hat sich der Austausch bei den Teamkonferenzen, an denen die meisten der im Jahrgang unterrichtenden Kolleg*innen teilnehmen, als besonders wertvoll erwiesen, da hier gezielt Beobachtungen aus dem Unterricht ausgetauscht, besprochen und analysiert, sowie Maßnahmen besprochen werden können.

 

Außerdem bieten die Ergebnisse von VERA 8 und die Zentralen Abschlussprüfungen in der 10 eine gute Basis, den Unterricht zu überprüfen. Hierzu setzen sich die Fachschaften jedes Jahr zusammen und passen Unterrichtsvorhaben- und -Kompetenzen an.

 

Schüler*innen, die sich in der Erstförderung für Deutsch als Zweitsprache befinden, können mit den oben genannten Diagnoseverfahren noch nicht erfolgreich getestet werden. Die Kinder durchlaufen im Rahmen des DaZ-Unterrichts regelmäßig Diagnosetest, um ihre Entwicklung festzuhalten und die Förderung individuell anpassen zu können.